Dienstag, 9. Mai 2017

"Unser Wirtschafts-, Geld- und Finanzsystem ist nachhaltig krank"








Hier ein exklusiver Auszug aus dem neuen Bestseller von Marc Friedrich und Matthias Weik „Sonst knallt´s - Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neudenken müssen

 
(...)
 
Ohne Zins und Verstand: Bekannte Krisen, weiter köchelnd

Nach der Finanzkrise 2008 wurden Europas Banken mit Billionen
von Euros gerettet. Weil sie sich nicht bloß verzockt, sondern
sich teilweise auch mit kriminellen Methoden bereichert hatten,
mussten sie über 300 Milliarden Euro an Strafgeldern zahlen.
Freilich handelte es sich dabei nur um einen Bruchteil ihrer halb
legal und illegal erzielten Profite. Leider gehören viele fragwürdige
Geschäftspraktiken nach wie vor zum Repertoire der Banken
– bloß dass niemand mehr so laut mit ihnen prahlt. Und leider
entpuppten sich auch die meisten Versprechungen, nun aber
wirklich ernst zu machen mit Bankenaufsicht und Finanzmarktkontrolle,
als rhetorische Beruhigungspillen.
 
Einer der lautesten Prediger wider die »korrupten Eliten«, der
neu gewählte US-Präsident Donald Trump, unterschreibt derweil
in Serie Dekrete, die die ohnehin bescheidenen Bankenregulierungen
seines Vorgängers wieder komplett außer Kraft setzen. Was
bei einem Kabinett, in dem allein sechs ehemalige Top-Investmentbanker
sitzen, auch keine wirkliche Überraschung ist.
 
Selbst wenn sie es wollten, hätten die Europäische Zentralbank
(EZB) und die US-amerikanische Federal Reserve Bank inzwischen
Schwierigkeiten, die von ihnen ausgelöste Geldflut wieder
einzudämmen. Unvorstellbare 1,5 Billionen Euro haben die
Notenbanken der Euroländer mit ihren fragwürdigen und wirkungslosen
Aufkaufprogrammen in die Märkte gepumpt. Das ist monetäre
Planwirtschaft in Reinkultur. Sie führt jede Logik normaler
Finanzmärkte ad absurdum.
 
Derweil werden die Geschäftsbanken das Geld, das sie in
Frankfurt für null Prozent bekommen, nach wie vor nicht als Investitionskredite
bei Unternehmen los. Denn wer investiert schon,
wenn er fürchten muss, seine Produkte nicht loszuwerden. Weil
es nur bei ihm Geld regnet, aber nicht bei seinen Kunden bzw. bei
den Verbrauchern. Weswegen die ersten Banken Bargeld schon
wieder wie zu Opas Zeiten in Safes stopfen. Und andere es ungebrochen
in spekulative Zockereien an den Finanz- und Immobilienmärkten
stecken.
 
Während wir diese Zeilen schreiben, reden »die Gläubiger«
(EZB, Banken, IWF) wieder einmal mit Griechenland. Wieder sollen
Beobachter nachschauen, ob die dortige Regierung auch artig
alle angemahnten »Reformen« umsetzt. Dabei ist allen klar,
dass das Land ökonomisch ausgeblutet, das griechische Volk am
Ende seiner Leidensfähigkeit angekommen und der griechische
Staat heute so pleite ist wie beim Euro-Beitritt vor 16 Jahren. Dass
92 Prozent der »Rettungsgelder« gar nicht in Griechenland gelandet
sind, sondern bei ausländischen Banken, die glaubten, einem
bereits bankrotten Land unter dem Schirm des Euro risikolos weiteres
Geld leihen zu können. Dass dafür trotzdem Europas Steuerzahler
bürgen, die keinen Cent dieser »griechischen« Schulden
je wiedersehen werden. Auf der Hand liegt auch, dass man den
Offenbarungseid letztmalig nur noch bis zum Ende des europäischen
Superwahljahres 2017 verschieben kann.
 
Italien ist mit einer Staatsverschuldung von 137 Prozent des
BIP ebenfalls nachweislich bankrott. Die Arbeitslosenquote im
Land ist die höchste seit Beginn der Datenerhebungen im Jahr
1977, die Industrieproduktion liegt auf dem Niveau von 1985.
Dennoch kann sich der Staat dank europäischer Niedrigzinspolitik
weiter mit frischem Geld zu Minizinsen versorgen. Anders als
Griechenland sogar nach wie vor an den Kapitalmärkten. Das ist
volkswirtschaftlicher Irrsinn.
 
Gleichzeitig enteignet die EZB mit ihrer wahnwitzigen Notenbankpolitik
die Sparer. Sei es in Form von Nullzinsen beim
Sparkonto, sei es auf dem Umweg über den dramatischen Renditeschwund
bei Staatsanleihen, Lebensversicherungen und anderen
einst »mündelsicheren« Anlageformen. Was sich da in Luft
aufgelöst? Die Altersrücklagen von ein bis zwei Generationen!
Ebenso treiben Nullzinsen – die uns noch lange erhalten bleiben
werden – die vergleichsweise solide wirtschaftenden Genossenschaftsbanken
und Sparkassen schleichend in den Ruin. Viele
Kommunen müssen bluten, weil ihre tagesaktuellen Bankeinlagen
meist so hoch sind, dass für sie Negativzinsen fällig werden.
Erfolgreiche Unternehmen, die Teile ihrer Erlöse für künftige Investitionen
zurücklegen wollen, werden ebenfalls mit Negativzinsen
bestraft. Firmen, die eigentlich bankrottgehen müssten, stützt
die EZB, indem sie inzwischen sogar Unternehmensanleihen aus
Krisenstaaten aufkauft.
 
Fazit: Unser Wirtschafts-, Geld- und Finanzsystem ist nachhaltig
krank, und es gibt keine Aussicht auf wirkliche Besserung.
Trotz Billionen an Euros und Dollars, trotz neuer Gesetze und vieler
Krisengipfel wurden die Probleme nicht im Geringsten gelöst,
sondern lediglich in die Zukunft verschoben.
Durch ein Übergewicht an Macht bei global agierenden Konzernen,
Banken und Lobbyorganisationen ist das ganze System in
eine bedrohliche Schieflage geraten. Der freie Markt wurde abserviert,
einige wenige bestimmen, wo es langgeht. Manche Firmen
sind inzwischen mächtiger als Staaten und genießen Privilegien,
von denen andere Unternehmen, geschweige denn die Steuerzahler
oder die Verbraucher, nur träumen können. Ganze zehn
Konzerne – u. a. Nestlé, der US-Fleischriese Tyson Foods, Mars,
Kraft Heinz, Unilever und Danone – beherrschen den weltweiten
Lebensmittelmarkt. 10 Prozent der weltweit gelisteten Aktiengesellschaften
erwirtschaften 80 Prozent aller Gewinne. Und die 100 größten
Unternehmen der USA tragen 46 Prozent zum Bruttosozialprodukt
des Landes bei.
 
Warum das ein Problem ist? Nicht, weil diese Firmen oder deren
Eigentümer zu »reich« wären. Es ist ein Problem, weil diese
wenigen schlicht nicht mehr wissen, wie sie ihre Berge von Geld
sinnvoll in reale wirtschaftliche Aktivitäten, in echte Innovationen
investieren sollen. Bildlich gesprochen: Was würde passieren,
wenn alle Flüsse eines Kontinents in nur drei oder vier Stauseen
eingeleitet würden?
 
Kürzlich habe ich (MF) aus Spaß in einem exakt hundert Jahre
alten Buch geblättert: Der Imperialismus als höchstes Stadium des
Kapitalismus von einem gewissen Wladimir Iljitsch Lenin. Klar:
Die Zahlen und Namen stimmen alle nicht mehr. Die »Imperialisten
« haben auch keine Kolonien mehr, die sie ganz ohne Umwege
ausplündern können. Und Lenins politische Schlussfolgerungen
wird man ohnehin nicht teilen wollen. Aber seine Diagnosen, die
könnte man mühelos aktualisieren.
 
Ein Hauptirrtum ist, zu meinen, Geld an sich wäre ein Wert.
Aber Geld hat überhaupt keinen Wert. Wert haben nur Güter und
Dienstleistungen. Da wir ständig aufs Geld starren, schieben wir
einen Geldstau, einen virtuellen Liquiditäts-See vor uns her, bei
dem wir so tun, als ob er real wäre. Das offenbart jede Finanzblase,
bei der mit betrügerischen Manipulationen Illusionswerte generiert
werden, die die Menschen dann als reale Werte betrachten.
Und was passiert, wenn alle Menschen gleichzeitig an ihr Geld heranwollen?
Das System bricht zusammen.
 
Mehr noch: Die Finanzkrise selbst war eine einzige Illusion.
In Wirklichkeit handelte es sich schlicht um Kreditbetrug! Man
lieh Menschen Geld für Ramschimmobilien, die sie sich nicht
leisten konnten. Diese faulen Kredite wurden – zusammen mit
ein paar werthaltigen – in faule Papiere für reiche Anleger und
dumme Bankmanager umgetütet. Als sie geplatzt waren, machte
man aus einem Kreditbetrug eine »Finanzkrise« – und flugs wurden
aus Tätern Opfer. Jeder Metzger, der frisches mit vergammeltem
Hack mischen würde, käme geradewegs ins Gefängnis. Wenn
das aber mit Geld, mit »verbrieften« Papieren bewerkstelligt wird,
dann darf der Staat einspringen, um angeblich »systemrelevante«
Banken vor dem Bankrott zu retten.


Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben 2012 gemeinsam den Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. In ihrem zweiten Buch, „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“, haben sie u.a. die EZB Leitzinssenkung und Minuszinsen für die Banken, die Absenkung des Garantiezinses bei den Lebensversicherungen sowie den Ausgang der EU-Wahl richtig prognostiziert. Der Crash ist die Lösung war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2014. Im Mai 2016 ist ihr drittes Buch „Kapitalfehler - Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“erschienen welches es auf Anhieb auf die Spiegelbestsellerliste geschafft hat. Am 24. April 2017 ist ihr viertes Buch „Sonst knallt´s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“ erschienen das sie gemeinsam mit Götz Werner (Gründer des Unternehmens dm-drogerie markt) schreiben. Matthias Weik und Marc Friedrich sind Initiatoren von Deutschlands erstem offenem Sachwertfondsdem FRIEDRICH&WEIK WERTEFONDSsowie der Petition „EZB Stoppen – wir zahlen nicht für Eure Krise“. 
Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de, bei Facebook unter www.facebook.com/friedrichundweik/ und bei Twitter www.twitter.com/FRIEDRICH_WEIK

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